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Die ersten Tage sind rum in Edmonton

Nun war ich gerade fertig, Mittag zu essen, da fiel mir auf, dass ich nur noch eine Stunde habe, bis mein zweite Arbeitsschicht beginnt. Und damit HERZLICH WILLKOMMEN zu meinem ersten Blogeintrag aus Uebersee.

Zu allererst moechte ich mich gaaanz gaaanz doll bei den Leuten bedanken, die mir den schoenen Abend vor meiner Abreise bereitet haben und natuerlich denen, die dafuer dicht gehalten haben. Ich haette nie damit gerechnet. Ja, ich wurde reingelegt.

Als ich dann am naechsten Morgen losmusste, sassen bei denen, die mit am Flughafen waren, die Traenen locker. Mir war in diesem Moment nicht danach zumute und habe das relativ locker weggesteckt, obwohl ich mit denen mitfuehle, die mich vermissen werden. Auf den Fluegen war ich dann an der Reihe, den Abschied zu verarbeiten. Mittlerweile, besser gesagt am zweiten Tag konnte ich bereits bestens damit umgehen. Geholfen hat mir dabei der herzliche Empfang, der mir vom Personalchef am Flughafen und schliesslich von meinem Haus bereitet wurde.

In diesem Moment lernte ich nicht nur die core-members, also die Klienten (Le Tu, Dora, Richard und Henry), kennen, sondern auch meine Hausleiterin (Iva),  eine zweite Assistentin (Kate) und die Haushaltsunterstuetzung fuers Wochenende (Janine) kennen. Ausserdem ist da noch Tina, die ebenfalls im Haushalt jeweils Nachmittags von Dienstag bis Freitag hilft.

Kueche

Kueche

Wohn-u Esszimmer

Wohn-u Esszimmer

Der Gemeinschaftsraum

Der Gemeinschaftsraum

Allgemein gesagt ist mein Haus, das uebrigens “La Creche” heisst (frz.: Krippe) ein sehr ruhiges. Die core-members sind sehr umgaenglich und selbststaendig. Fuer den Tagesablauf benoetigen sie ausschliesslich Anweisungen,  Hilfestellungen und eben so etwas wie eine Familie, die wir darstellen, da sie entweder keine haben oder diese sich nicht um sie kuemmern.

Mein Tagesablauf im Haushalt beginnt damit, dass ich um 8 Uhr aufstehen muss. Im Moment leider um 7 Uhr, da Henry nur voruebergehend in unserem Haus wohnt und frueher mit dem Taxi abgeholt wird, da er in eine andere Einrichtung zum Tagesprogramm faehrt. Als naechstes muss Richard geweckt werden, denn er laesst sich fuer alles viel Zeit. So passiert es, dass er schonmal 1 Stunde in der Wanne bleibt oder 1 Stunde auf der Toilette. Le Tu steht von alleine auf. Dora muss ebenfalls geweckt werden. In dieser Woche haette man von Glueck reden koennen, wenn sie zum Tagesprogramm gegangen waere, aber sie blieb die letzten drei Tage lieber zu Hause. Nach dem Fruehstueck werden Richard, Le Tu und mglw. Dora gegen halb 10 mit dem Bus abgeholt. Wenn Dora nicht will, dann kommt Emely vorbei, die sich mit ihr beschaeftigt oder sie versucht zu ueberreden, doch noch in die Einrichtung zu gehen. Bis um 12 sind dann Kate, Iva und ich damit beschaeftigt, zu putzen, abzuwaschen oder etwas anderes vorzubereiten.

Kate und ich in West Edmonton Mall

Kate und ich in West Edmonton Mall

Von 12 bis 15 Uhr habe ich Freizeit, die ich bis jetzt bestenz genutzt habe, da an den letzten Tagen immer die Sonne schien und es 30 Grad auf dem Thermometer waren. Ich habe die Umgebung erkundet, war im Park joggen, habe in der Shopping Mall um die Ecke Dinge des taeglichen Bedarfs gekauft, war mit Kate und ihrer Freundin in einer der groessten Shopping Malls der Welt (West Edmonton Mall) und habe eine kleine Tour durch Downtown bekommen. Trotz des guten Wetters muss ich sagen, dass Downtown in Edmonton nicht zu empfehlen ist. Mir gefaellt es garnicht. Haesslich. In meiner Gegend scheint es tagsueber wie in einer Geisterstadt. Autos fahren fast ausschliesslich auf der Hauptstrasse und die Seitenstrassen sind verschlafen. A Propos Autos: Hier sieht man fast nur dicke Pick-Ups und SUV’s. Und von den massigen Autos kann man auch auf viele Kanadier schliessen. Mit dem ausgezeichneten Wetter ist es heute vorbei, denn es regnet schon den ganzen Tag und ich habe eine grosse Motovation, meine Eindruecke loszuwerden.

Cih erkunde den Park

Ich erkunde den Park

Edmonton Downtown

Edmonton Downtown

ein kleiner Teil von West Edmonton Mall

ein kleiner Teil von West Edmonton Mall

Um 15 Uhr werden meine geistig beeintraechtigten Mitbewohner nach Hause gebracht. Dann sind wir fast alle in der Kueche und reden ueber den Tag. In der Kueche wird dann von uns das Abendessen vorbereitet. Waehrend dieser Zeit schauen die core-members fern, sitzen beisammen und nehmen ein Bad. Gestern habe ich das erste Mal dabei zugeschaut, welche Hilfe sie beim Baden benoetigen. Wie gesagt, sie sind recht selbststaendig und benoetigen hauptsaechlich Anweisungen, deshalb ist das anders, als ich es erwartet habe.

Um 18 Uhr gibt es Abendbrot, was immer sehr lecker ist. Ich stelle mir schon vor, wie ich in der Kueche stehen werde und leckeres Essen kochen werde. Gegen 21 Uhr sind alle im Bett und es gibt regelmaessig ein Treffen mit Iva, Kate und mir, wobei organisatorische Dinge besprochen werden.  Danach gehe ich in mein schoen eingerichtetes Zimmer, um Gitarre zu ueben und Vokabeln zu lernen.

ein Teil meines Zimmers

ein Teil meines Zimmers

Am ersten Tag hatte ich ebenfalls schon ein erstes Seminar, das sich mit gesundem Essen beschaeftigte. Hier in Alberta ist es sehr schwer, an frischen Fisch zu kommen und ausserdem reden sie meisst von Obst aus der Dose und tiefgefrorenem Gemuese. Zum Glueck ist das bei uns im Haus nicht der Alltag. Ausserdem war am ersten Abend gleich eine kleine Party in einem der anderen Haeuser, sodass ich einige andere Assistenten besser kennengelernt habe. Noch mehr Leute, von denen ich erzaehlen koennte, sind die Leute n den Bueros, aber das sind auch eine ganze Menge.

Wie ihr seht, habe ich mich bis zu diesem Punkt gut eingelebt. Ich kenne den Tagesablauf, weiss, wo das Essen steht ;) und verstehe mich gut mit meinen Kollegen und den core-members. Was ich jedoch hier sagen muss ist, dass ich bis jetzt noch keine Aufgabe komplett alleine uebernommen habe. Ich habe bis jetzt immer nur zugeschaut und bin vielleicht deswegen noch nicht so muede vom Tagesablauf ;)