Man kann es zwar nicht mehr Sommer nennen, aber der Herbst hatte gerade erst angefangen und es waren noch 30 Grad C, da hatt eich schon am 8.Oktober am Morgen eine riesen Ueberraschung, als ich meine Jalousie oeffnete und mir eine weisse Welt entgegenblickte. Es hat geschneit und die Temperaturen liegen im Moment tagsueber bei ca -3 Grad C. Also habe ich meine warmen Klamotten geschnappt und bin durch die Stadt gelaufen, um mir schliesslich eine Gitarre zu kaufen. Die Luft ist herrlich, doch der Wind, der mir ins Gesicht bliess, liess mir fast meine Nase abfallen. Aber fuer kanadische Verhaeltnisse ist das noch lange nicht kalt.
Am Abend zuvor hatte ich einen tollen Abend auf dem Konzert verbracht. Die Show fand in der gleichen Halle wie die Messe “Everyone for Edmonton” statt und fuer Konzerte war die Architektur nun wirklich nicht gemacht (zu niedrig und zu viele Moeglichkeiten fuer reflexionen). Es kam mir vor wie ein Konzert in der Aula, bloss dass alles etwas groesser war. Die zweite Ueberraschung war, dass der hintere Bereich der Halle, der Barbereich, durch einen Zaun vom vorderen Bereich abgetrennt war. Man musste sich zuerst mit seiner ID ausweisen, um ein Armband zu bekommen, was dir erlaubt, den Barbereich zu betreten. Dort hat man sich dann ein viel zu teures Ticket fuer einen Drink gekauft, womit mann ein paar Meter weiter zum Barmann geht, um sein Ticket einzuloesen. Aus Platzgruenden in anderen Konzertlocations wird darauf hingewiesen, dass keine Minderjaehrigen das Konzert besuchen duerfen. Wow, sehr strikt, aber es funktioniert. Die Show begann mit “High On Fire”, die wir leider nur sehr verschwommen aus dem hinteren Bereich der Halle mitbekommen haben. Trotz verschwommenem Sound hat man gehoert, dass sie ein paar Timingprobleme hatten. “Converge”, die ein paar neue Songs gespielt haben, haben durch sehr gute Buehnenperformance, besonders durch den Shouter, ueberzeugt. Auf “Converge” folgte der erste Mainact, “Mastodon”, weswegen ich mir eigentlich das Ticket gakauft habe. Mich hat ihre Show besonders ueberzeugt, weil sie das ganze neue Album gespielt haben, weil sies technisch einfach drauf haben und weil die Atmosphaere fast durchgaengig stimmte. Was mich aus dieser Atmosphaere gerissen hat waren noch einige Unstimmigkeiten im mehrstimmigen Gesang bei 2 oder 3 neuen Songs. Ausserdem war “Mastodon”s gesamter Auftritt durch ein Video bzw im zweiten Teil durch das jeweilige Cover-Artwork des Albums unterlegt, von dem sie einen Song gespielt haben. Das machte den Auftritt sehr einstudiert. Ich haette mir vielleicht wenigstens einen Versuch der Kommunikation mit dem Publikum gewuenscht.
Was danach folgte, war fuer mich eigentlich nur blanker Schwachsinn. Der zweite Mainact, “Dethklok” ist eigentlich nur eine Band, die in einer Zeichentrickserie existiert. Fuer Konzerte spielen Musiker die Musik dieser Band und im Hintergrund laeuft das Zeichentrickvideo ab. Ich kann nihct verstehen, wie so viele Leute wegen dieser Band dort waren. Es kam mir vor, als ob es allen nur um das Video ging, denn nihct die Band, sondern das Video stand im Vordergrund. Als dann auch noch in den Pausen ein Totenkopf zu den Massen gesprochen hat und von Merchandising gesprochen wurde, da tobte der Pit. Damit konnte ich mich nun garnicht identifizieren, was mich dazu bewegte, vorzeitig abzuhauen.
Den Heimweg habe ich zusammen mit Subin genommen, ein neuer Assistent aus Korea (war auch auf dem Konzert; Subin ist eig ein Maedchenname). Mit ihm und Yumi treffen wir uns in letzter Zeit sehr oft in unserem Haus, um den Abend zu geniessen, da unser Houseleader immernoch im Urlaub ist.
Es ist sehr verschieden, wenn man Assistenten zu Hause sind oder ob man jeden Tag einen oder zwei Supporter hat, die man auch erstmal kennenlernt und denen man viele Handgriffe, die fuer mich schon zur Routine geworden sind, zeigen und erklaeren muss.
Heute kam unser Community-Leader, Sister Pat, uns zum Tee besuchen, um einer Dame von L’Arche International ein Beispielhaus unserer Community zu zeigen. Mir kam es ein wenig komisch und suspekt vor, als die andere Dame auffaellig oft die Worte “great” und “terrific” benutzte. Waehrend diese zwei Damen bei uns waren, waren Henry und Letu immer noch an der Universitaet, denn dort haben sie fuer 3 ganze Tage an einem Leadership-Training teilgenommen, was ich sehr teffific finde (hervorragend).
Das Wetter macht muede, vor allem, wenn man seine Freizeit dafuer nutzt, rauszugehen. Ich wuensche euch allen Schnee, aber nicht solch eine Kaelte. Macht euch ein schoenes Wochenende. Am Montag ist Thanksgiving.



