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Ende der Probezeit

Das Ende der Probezeit hatte ich nach 3 Monaten, doch jetzt, nach 4 1/2 Monaten hatte ich endlich die Auswertung, um die Probezeit abzuschliessen. Die Evaluation besteht daraus, dass man selbst ein Formular ausfuellen muss, in dem man sich selbst einschaetzt. Zum einen gibt es einen Bewertungsbogen, der 40 Punkte der Arbeitsmethoden beinhaltet. Zum zweiten finden sich in diesem Dokument Fragen zu meinen Staerken und Schwaechen und den Punkten, an denen ich noch arbeiten muss. Dieser Bogen, der auf die Punkte “Kommunikation”, “Lernbereitschaft”, “Akzeptanz und Schaetzung von Verschiedenheiten”, “Teamarbeit”, “Problembewaeltigung”, “Organisation”, “Verantwortungsbewusstsein”, “Anpassungsfaehigkeit” und “Einstellung zur Arbeit” einging, wurde von mir und Iva im vorhinein ausgefuellt. Von 3 anderen Leuten, mit denen ich zusammen arbeite, wurde eine verkuerzte Form dieses Bogens ausgefuellt.
In der Sitzung heute fing ich damit an, mich selbst anhand der Gesichtspunkte zu beschreiben, das gleiche tat Iva. Unsere Team-Koordinatorin, die neben uns im Meeting war, hat die 3 anderen Boegen vorgelesen und am Ende ihre persoenliche Einschaetzung abgegeben.
Diese Evaluation war fuer mich sehr wichtig, denn sie hat mir gezeigt, wie ich meine Staerken in die community mit einbringe. Ich habe vorher schon Meinungen von anderen leuten ueber mich gehoert, doch auch heute, nach 4 1/2 Monaten, habe ich etwas gezeigt bekommen, wovon ich nicht gedacht haette, dass sich solch eine Kleinigkeit positiv auswirkt.
Ich ging mit einem Laecheln in das Meeting und kam mit einem noch groesseren laecheln heraus, denn ich wurde bestaetigt in dem, was ich hier mache. Iva meinte sogar, sie sei traurig, dass ich nicht 2 Jahre hier bleibe.

Ein kleineres geschehnis von letzter Woche: Ich habe mir letztendlich doch noch einen Laptop gekauft, wodurch ich nun viel oefter meinen Blog aktualisieren kann. Ich hatte gedacht, dass ich die 11 Monate ohne eigenen Computer auskommen kann, muss aber zugeben, dass mir das mit dem Blog, den E-Mails und dem Koreanischlernen wichtiger war.

Gute Nacht

Verschwende keine Zeit in L’Arche

Heute am Dienstag hatten wir ein sehr interessantes Assistants-Meeting. Zu Gast war der Vize-Koordinator von L’Arche Kanada aus Toronto, Joe Egan, der schon seit 35 Jahren dort arbeitet. Zu allererst wurde der Grund fuer die Entstehung der L’Arche diskutiert, im Allgemeinen was die Aufgabe der L’Arche zusammengefasst. Wir wurden aufgefordert, in der naechsten Zeit ueber bestimmte Fragen nachzudenken, z.B. “Was ist meine Stellung hier?/ Was mache ich hier?”, “Wie bin ich in die Gemeinschaft integriert?” und “Was sind meine Besonderheiten, die ich in die Gemeinschaft hineinbringe?”.

Zum Hoehepunkt hat er sehr gross betont “Verschwendet keine Zeit in L’Arche, das Leben ist kurz und wenn ihr denkt, dass dies nicht der richtige PLatz fuer euch ist, um hier eine lange Zeit/ euer Leben zu verbringen, dann verlasst die Community und macht etwas anderes aus eurem Leben.” Er hat solch etwas wohl schon oefter gemacht und immer nach solchen Treffen haben Assistenten gekuendigt und er wurde von den Community-Leader darueber brfragt, was das denn soll.
Nach unserem Treffen war unser Community-Leader teilweise nervoes und hat sich vorsichtig vor allem mit den jungen Assistenten wie mich, Subin, Kate, … darueber unterhalten, was wir davon halten und wie es uns geht.
Ich meinte, dass ich ueber die gleiche Frage am vorigen Abend nur im Allgemeinen nachgedacht habe. Sie war natuerlich ueberrascht. Ich werde hier auf jeden Fall die ganze Zeit meines ADiA verbringen und Erfahrungen sammeln, habe aber gemerkt, dass ich mir nicht vorstellen koennte, fuer mehrere Jahre hier zu arbeiten. Ich habe meine Freizeit zu schaetzen gelernt und hatte gerne etwas mehr davon, mehr Zeit, die ich darin investieren kann, etwas mehr aus meinem Leben zu machen.

Sprachen dieser Welt

“Sprachen dieser Welt vereint euch” ist vielleicht etwas uebertrieben, aber ich finde es einfach nur klasse, dass es hier sooo viele Menschen aus unterschiedlichen Teilen der Erde gibt. Ich lasse mir neue Woerter in indisch, polnisch, aber hauptsaechlich koreanisch beibringen. Wegen meiner guten Aussprache handel ich mir des oefteren ein Lob ein. Nebenbei vergesse ich natuerlich nicht die deutsche Sprache, denn ich kann mich mit Stefan und Michael in Deutsch unterhalten.

Nun beginnt mein zweiter Monat und so langsam denke ich viel oefter an die gute alte Heimat, was nihct heisst, dass ich zurueck will. Aus vielen neuen Erfahrungen wurde so langsam Routine, die ich mittlerweile in eine gute Balance mit meinem Leben gebracht habe. Mittlerweile habe ich mich in der Bibliothek angemeldet, um mir regelmaessig ein gutes Buch, CDs oder DVDs zu goennen. Die Routine, die trotzdem staendig fuer Ueberraschungen sorgt, bringt mir bei, mehr Geduld mitzubringen, um auf die core-member einzugehen. Dadurch, dass mittlerweile mein house-leader fuer einen Monat im Urlaub ist, kommt eine grosse Herausforderung auf mich und Kate zu. Unsere Supporter waren lange nihct mehr in unserem Haus und muessen erst wieder “eingelernt” werden. Das heisst, dass sie zwar ihre Aufgaben erledigen, aber nach ein paar jahren hat sich einiges in der Hausroutine geaendert, wodurch man sie dann vorsichtig darauf hinweisen muss, dass sich dieses und jenes geaendert hat. Schliesslich waren die Aenderungen ein Vorteil fuer den gesamten Haushalt. So deckt Richard jeden abend den Tisch und Letu wechselt jeden Morgen die Handtuecher. Schliesslich sollen sie daran gewoehnt werde, gewisse Aufgaben zu uebernehmen.

In der letzten Woche fanden 2 Meetings statt. Zum ersten am letzten Freitag wurde ich kurzerhand zum Gitarrespielen mit eingespannt, um Lieder zu begleiten. Natuerlich nicht alleine, aber wie es aussicht, wollen sie mich jetzt jedes Mal dafuer arrangieren. Fuer das zweite Meeting, das gestern stattfand, sollte jedes Haus eine kleine Praesentation zu einem bestimmten Ziel der L’Arche vorbereiten. Diese speziellen Ziele, die immer fuer 4 jahre festgesetzt werden, werden in einem Mandate festgesetzt. Mit dem Mandate wechselt moeglicherweise auch der community-leader. Unser Haus hatte das Ziel “Wir wollen Menschen ueber L’Arche erzaehlen und Beziehungen zu Gruppen ausserhalb der community aufbauen.” Dazu habe ich zwei kleine Szenen geschrieben, die ein Erzaehler vorgelesen hat und Schauspieler haben diese Szenen gespielt. natuerlich wurden auch die core-member mit einbezogen als Schauspieler, denn sie mussten zum einen Studenten spielen, die sich an ihrer Uni zu speziellen Veranstaltungen ueber L’Arche informieren oder einen Messeaussteller, der den Leuten etwas erzaehlt.

Nach dieser Veranstaltung kann ich ebenfalls auf mein erstes freies Wochenende zurueckblicken. Von Freitag bis Montag war ich mit Stefan und Hee rae sowie einem Assistenten einer anderen community aus Kananda im Gaestehaus. Wir haben gefeiert, gepokert, waren im Sportscenter und in ein paar Bars. Dazu sind freie Wochenenden da und ich habe es genossen, denn obwohl es ein Aufwand ist, seine Klamotten fuer das Wochenende sowie sein Essen in das Haus zu bringen, so ist man doch nicht nur koerperlich, sondern auch psychisch abwesend von seinem normalen Alltag und kann sich erholen. Das Sportscenter, das wir besucht haben, war echt riesig. Es besteht aus 1 grossen und 2 kleinen Schwimmbecken und einem Sprungbecken, einer riesigen Laufhalle mit Tennis, Volleyball und Badmintonfeldern, einer Sauna sowie einem Fitnessstudio. Am Sonntag war der Free Admission Day in Edmonton, somit kam man kostenlos rein und vllt habe ich die Chance, eine kostenlose Mitgliedschaft zu bekommen, weil ich ein bestimmtes Gehalt erhalte, was mich dazu berechtigt. Das waer vor allem fuer den Winter sehr nuetzlich.

Legislature Building Edmonton by night

Legislature Building Edmonton by night

Wooo, that's nice

Wooo, that's nice

Hee rae und ich @ Black Dog

Hee rae und ich @ Black Dog

Toni, Stefan und Manoj @ Black Dog

Toni, Stefan und Manoj @ Black Dog

Im Moment blicke ich gespannt auf das freie Wochenende im Oktober, denn wir planen, in die Berge zu fahren, um die auch mal gesehen zu haben, bevor es zu kalt wird. A propos kalt: letzte Woche waren es noch 30 Grad C tagsueber, heute morgen waren es schon -2.

Ich wuerde euch alle gerne wieder sehen, also haltet die Ohren steif. Ich freue mich jedes Mal ueber Kommentare und Fragen von eurer Seite.

Also haltet die Ohren steif! Ich denke an euch.