Schlagwort-Archive: Seminar

Das Vorbereitungsseminar

Hallo und willkommen zu meinem zweiten Eintrag in dieser Woche,

nun sind es noch knapp zwei Wochen bis ich aus Deutschland abreisen werde. Im Moment habe ich noch einiges organisatorisches zu klären. Zum einen möchte ich die Briefwahl für die Bundestagswahl anfordern, da ich zu dieser Zeit nicht hier bin, zum anderen muss ich mich um die Unterlagen für die Unis kümmern und ich war heute auf der Suche nach einem ordentlichen Reiserucksack.

Aufgeregt bin ich noch lange nicht, aber ich muss schon sehr oft an das kommende Jahr denken. Bis zur letzten Woche hatte ich noch viel mehr Bedenken. Diese Ungewissheiten konnten im Vorbereitungsseminar besprochen und beseitigt werden Seitdem kann ich sagen, dass ich mich viel mehr vorbereitet fühle auf das kommenden Jahr und mein Wille größer geworden ist, endlich meinen ADiA anzufangen.

Stundenplan Kassel

Stundenplan Kassel

Das Seminar fand in Kassel statt und versprach zum einen einen sehr straffen Stundenplan, der mich zum Teil an die Schulzeit erinnerte. Zwei mal 3 1/2 Stunden pro Tag Seminareinheiten wurden auf 7 Tage verteilt. Wir haben wirklich alles besprochen, demonstriert, geübt, diskutiert. Als mich meine Mutter darüber ausfragte, konnte ich ihr zu jedem Thema sagen: “Das haben wir auch auf dem Seminar besprochen.”

Alles fing mit einer kleinen Kennenlernrunde statt, nach der ich einen enormen Erfolg zu verzeichnen hatte. Ich kannte tatsächlich schon am zweiten Tag alle 20 Namen der Teilnehmer auswendig. Die kompletten organisatorischen Dinge wurden zum Glück an den ersten Tagen geklärt, damit wir uns darauf in die abenteuerreichen Punkte im Stundenplan stürzen konnten. So war am vierten Tag der Besuch durch verschiedene Gruppen bei drei verschiedenen Einrichtungen geplant, die mit den Klienten zusammenarbeiten, mit denen wir in der Zeit unseres ADiA’s zu tun haben werden. Zum einen handelte es sich um eine Lebensgemeinschaft der Diakonie für geistig Behinderte, eine Einrichtung für Obdachlose sowie einer Werkstatt für geistig Behinderte, in der die Klienten nicht nur beschäftigt werden, sondern auch auf das Arbeitsleben vorbereitet werden.

Die schönste Übung fand unter dem Namen “Helfen und geholfen werden” oder auch “Ich sehe es anders” statt. In Zweiergruppen liefen wir durch die Stadt. Jeweils einer von uns beiden hatte folgende Aufgaben:

  • Kaufe eine Postkarte von Kassel!
  • Überquere mindestens eine Ampel!
  • Informiere dich über eine blindengerechte Sehenswürdigkeit in Kassel!

Ihr findet das einfach? Die Schwierigkeit dabei ist nämlich, dass man das Ganze mit verbundenen Augen zu bewältigen hatte. Die zweite Person war lediglich dazu da, den anderen zu dirigieren oder zu führen. Mit verbundenen Augen sieht man die ganze Zeit über Schatten und man könnte denken, dass jederzeit vor dir ein Baum steht. Dem ist nicht so. Doch bis mein vollstes Vertrauen in der Hand meines Übungspartners lag, verging eine Weile.

Der Kulturschock, der mich erwartet

Der Kulturschock, der mich erwartet

Nach der Hälfte des Seminars fanden Einheiten zu den Themen “Gruppenkoordination”, “Interkulturelles Lernen”, “Kulturschock” und “Gastländer” statt

Ich blicke dem Kulturschock entgegen

Ich blicke dem Kulturschock entgegen

Natürlich bestand die komplette Woche nicht nur aus Seminar…was die Woche über angesagt war, war Risiko spielen, ein sehr empfehlenswertes Spiel für Kriegsdienstverweigerer. Monopoly war ebenfalls beliebt. Filme schauen. Der Hit diese Woche: “Idioten”  Zitat: “Hai! Hai!” und ebenfalls eine Lieblingsbeschäftigung: Abdichten. Auf diesem Seminar kam wirklich fast ganz Deutschland zusammen. Wirklich alle haben die gleichen Gedanken wie ich und wollen einfach raus aus Deutschland und andere Kulturen entdecken und gemeinnützige Arbeiten machen. In dieser Gruppe gab es tolle Menschen und immer wenn ich in einer schwierigen Lage sein werde, werde ich daran denken, dass auch sie solch eine Situation durchmachen werden.

Die Seminargruppe

Die Seminargruppe