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Mein erster Urlaub

Da ich jeden Tag in Yellowknife etwas tolles erlebt habe und ich diese Erlebnisse nicht jeden Tag auf den Blog gestellt habe, werde ich nun lediglich kleine Auszuege aus meinem Berichten fuer euch bereitstellen und euch mit Fotos versorgen.

17. Februar

Auf dem Flug von Edmonton nach Yellowknife sass eine Deutsche neben mir. In diesem kleinen Flugzeug, in Reihe 5, am 17. Februar 2010. Wir landeten verspaetet in Yellowknife um 13.45 Uhr. ihr Bed and Breakfast lag direkt gegenueber meiner Unterkunft, also teilten wir uns das Taxi.

Ankunft in meiner Unterkunft.
Das haus sieht gepflegt von aussen aus.
Der Schluessel passt.
Fuer mich wohl nur eine kurze Rast.
Will wieder raus,
die Stadt erkunden.
Doch was ich sehe im Haus
unerwartet, so etwas vorgefunden.
Wunderschoen und liebevoll eingerichtet,
von einer Person jedoch keine Spur.
Ich lade meine Sachen ab
und laufe durch die Stadt.

Rene, der alte Mann hier im Haus, ist nur hier fuer 1 Monat. Er war Priester und  ist in 1994 in Rente gegangen. Er kam aus frankreich in den Kanadischen Norden in 1953, ist jetzt 83 Jahre alt und hat in seiner Zeit die native Communities begleitet, studiert und ihre Geschichte recherchiert. Heute erst kam er von einem Treffen zurueck, bei dem er den Jugendlichen einer Native Community von deren Geschichte erzaehlt hat, damit diese davon lernen und wissen, wie man ihre Community am leben erhaelt.

Ich habe heute den besten Fisch seit langer Zeit gegessen. Ich wusste ueber den Geschmack von gutem fisch nicht mehr bescheid, und so kam es, dass ich mich gleich mit dem frisch gefangenen Fisch gesaettigt habe. Ebenfalls habe ich zum ersten Mal Caribou gegessen. Sehr dunkles, suesses und mageres fleisch vom Schenkel.

18. Februar

Nach einem guten Fruehstueck hat mich Rene mit auf eine Tour durch die Stadt genommen. In seinem 20 Jahre alten Auto, das ohne technischen Schnick-Schnack auskommt, fuehle ich mich wohl. Aber es ist berechtigt, dass man dieses Auto nicht auf dem Highway benutzen sollte. Es ist lediglich fuer die Stadt gedacht.
Die erste Station diesen Morgen war das Eisschloss auf dem zugefrorenen See, dem Great Slave Lake. Das Schloss wird innerhalb der naechsten 10 Tage fertiggestellt. Der Bau findet jedes Jahr statt, dieses jahr zum 15. Mal. Dort finden dann Festivals statt. Der selbst ernannte Snow King hat uns eine exklusive Tour vor Eroeffnung gegeben.

Vom Bush Pilot’s Monument hatte man bei strahlendem Sonenschein einfach einen guten Ausblick auf Yellowknife und den See.

19. Februar

Alles fing heute mit der Fahrt nach Dettah an, die uns ueber die Eisstrasse fuehrte. In Dettah haben wir das Sprachinstitut besucht. Rene benoetigte Informationen zu Bildern, die in seinem naechsten Buch veroeffentlicht werden sollen. Im Sprachinstitut wird an Buechern gearbeitet, die den Kindern in der Schule das Erlernen der alten/ Native Sprachen/ Indianersprachen vereinfachen soll. Ebenso werden Erwachsene in Workshops unterstuetzt, Englisch und die alten Sprachen zu erlernen.
Als ich erwaehnte, dass ich vorhabe, Sprachwissenschaften zu studieren, hat sich die Chefin angeregt mit mir unterhalten und mir Arbeit in ihrem Institut angeboten, wenn ich mit dem Studium fertig bin. Ihnen mangelt es an Linguisten.

Im neu errichteten Community Center fand eine Jobboerse einer ansaessigen Diamantenmine statt.

Auf meiner ersten Hundeschlittentour am heutigen Tag, durfte ich den Schlitten ganz alleine steuern und habe es genossen, mit den anderen Teilnehmern in der abgelegenen Huette eine heisse Schokolade zu schluerfen.

Die zweite hundeschlittenfahrt fand abends statt. Es ging an den gleichen Ort, ausser Reichweiter der Lichter der Stadt. Wir sassen stundenlang in der kleinen Huette, haben Tee und Kaffee getrunken und geredet. Derweil hat sich der Himmel zugezoen und wir hatten keine Chance mehr, die Nordlichter zu sehen.
Ich kam ins Gespraech mit einer japanischen Professorin fuer Englische Literatur, mit der ich dann versucht habe, mit einer alleinereisenden Koreanerin, die wenig Englisch konnte, mich zu unterhalten.  Auch ohne Nordlichter war es fuer mich ein gelungener Abend.

20. Februar

Ich habe ausgeschlafen, die Sonne genossen, bin durch die Stadt gelaufen und habe abends in die beruehmteste Bar der Stadt reingeschaut.

21. Februar

Heute habe ich den zweiten Pfarrer (Paul) aus meinem Haus kennengelernt.
Ich war mit Rene im Museum fuer die Geschichte der Northwest Territories, und deren Bewohner.
Den ganzen Tag ueber war der Himmel klar, sogar nachts. Aber die Temperatur fiel bis auf -25C. nichtsdestotrotz wollte ich die Nordlichter sehen. Ich war nachts um 1 draussen. Nichts. Aber gegen 2 Uhr morgens konnte ich dann sogar von meinem Fenster aus die Lichter sehen. Sofort bin hat mich Paul mi seinem Auto auf den See genommen und ich stand unter den riesigen Lichtern, die zum Greifen nah scheinen.

22. Februar

Ausgeschlafen habe ich schon wieder, bin nur noch einmal in der Stadt gewesen und habe das Abendessen fuer uns 3 gekocht.
Als ich mich dann am Abend von Rene verabschiedet habe, hat er mir eines von seinen Buechern mit Kurzgeschichten und Gedichten signiert und ueberreicht.  Dies war fuer mich webenfalls ein ganz besonderer Moment.
Jetzt habe ich meine Sachen gepackt und morgen fliege ich wieder nach Edmonton.

Winterabenteuer

5 ganze Monate sind nun schon rum.  Am Alltag hat sich nichts geaendert. Der Schnee liegt wieder hoeher und ich brauche endlich meinen Urlaub.
Am letzten Sonntag habe ich meinen Flug nach Yellowknife gebucht und bin jetzt dabei, herauszufinden, wasich dort alles entdecken und erleben kann und, wo ich uebernachten kann. Es ist zwar kalt, dort oben, weit im Norden, aber mich zieht dieser Ort an, da er kein touristisches Ziel ist, wodurch die Fluege wahrscheinlich auch billiger sind. Ausserdem fahren die meisten meiner Kollegen in ihrem Urlaub nach New York oder Vancouver und ich moechte nicht mit den Massen mitziehen.
Ich habe meinen urlaub vom 16. bis zum 24. Februar. Ich fliege am 17. und komme am 23. zurueck.

ZUr gleichen Zeit in der letzten Woche ist die Mutter einer meiner Klienten gestorben. Die Beerdigung fand bereits statt, jedoch ohne sie, da ihre Familie aus den Northwest Territories kommt, genauer gesagt aus der Naehe von Yellowknife. In dieser oder der naechsten Woche wird meine klientin ihre Familie besuchen, da diese sie unbedingt nach langer Zeit einmal wieder sehen wollen. Nun kann sie nicht alleine dort hinfahren/ fliegen, also muss sie jemand begleiten. Ich habe mich sofort freiwillig gemeldet, mit ihr fuer 2 oder 3 Tage dorthin zu begleiten. Es steht noch nichts fest, wer sie beglieten wird, denn es gibt noch andere Personen, die sie besser und laenger kennen, aber ich wuerde mir das zutrauen und bin auch recht sicher, da ich sehr gut mit ihr klarkomme und sie auch mich sehr gut leiden kann/ respektiert.

Ich werde berichten, was daraus wird. Bis dahin. Euch alles Gute!
euer Robert

Geburtstag

So ein Geburtstag in einem anderen Land ist doch was ganz besonderes, und wenn man dann auch noch endlich aus dem Teenageralter raus ist, muss das doch ordentlich gefeiert werden. Dieses Jahr hatte ich einen Geburtstagsmarathon. Am Donnerstag wollte ich unbedingt fuer mein Haus kochen. Etwas deutsches sollte es sein. Also habe ich 2 Tage zuvor den deutschen Importlebensmittelladen aufgesucht und eingekauft. Da Sauerkraut und Bratwuerste zu einfach geewesen waeren, habe ich mich fuer Rouladen, Rotkraut und Kloesse entschieden. Voller Motivation habe ich angefangen zu kochen. Die Rouladen sind super geworden, das Rotkraut aus dem Glas ist sowieso spitze, doch fuer die Kloesse haette ich doch lieber meine Oma einfliegen lassen sollen. Ein kompletter Fehlschlag hat dazu gefuehrt, dass man nur noch eine graue Suppe haette essen koennen. Schnell Reis gekocht und das Problem war einigermassen geloest.

Dann endlich nach mehr als 1 1/2 Monaten durfte ich mein naechstes freies Wochenende geniessen. Die freien Wochenende fuehlen sich mit der Zeit uebrigens immer kuerzer an. Die schoenen Dinge gehen sowieso immer schnell vorbei. Nichtsdestotrotz geniesse ich das Community-Leben.Ich nehme alles mit, das ich brauche, fuehle mich als wichtigen Teil der Community, aber es gibt noch so viel anderes zu sehen.

Den Freitag habe ich mit Stefan und Subin bei Peter verbracht. Am Samstag waren wir dann kurz zu Hause, um dann gleich wieder mit dem Taxi zu einem geilen Club zu duesen. Alles in allem war es ein ausgeglichenes Wochenende,  ich habe mich bei meinen Freunden fuer ihre Geschenke wie ein Shirt, Pullover, CD und die Ausgaben am Wochenende, bedankt und darf nun auf die naechsten Jahre blicken.

In der naechsten Woche werde ich mich um meinen ersten Urlaub kuemmern, den ich fuer ende Februar angemeldet habe, aber vielleicht noch auf den Maerz verschiebe, denn ich plane, nach Yellowknife zu fliegen. Die Fluege sind recht preiswert, man kann viel erleben und es ist eine gute Zeit, um Polarlichter zu sichten.